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Empfehlenswert: Mit dem Rad durch den Central Parc

Dezember 4, 2016 at 7:29 pm

Wann hast Du das letzte Mal vor Vergnügen gejuchzt? Ich kann dir mein letztes Mal genau benennen: Das war am Dienstag, 8. November 2016. Morgens. Da bin ich nämlich mit dem Fahrrad und meiner Reisebegleiterin Birgit durch den Central Parc gekurvt und das war einfach nur großartig!

201116_radeln_7Das Wetter war wundervoll – sonnig, trocken, mild – und das Licht in dem Park einfach herrlich. Die Bäume trugen Farbsinfonien an den Ästen und die Menschen, die an diesem Vormittag unterwegs waren, waren Musicalreif: sie lachten, spielten, flirteten, tänzelten. Es waren Jogger, Radler, Mütter mit Kinderwagen, Paare, Hundeführer,

Erster Stop einer an Pausen langen Tour: Ein Swing-Ensemble. Beste Musikvorführung auf einer so charmanten Bühne – herzerfüllend!

201116_radeln_2Diese Stimmung steckte an und mit einem breiten Grinsen sind wir durch den Parc geradelt. Wer je geglaubt hat, nur weil New York City unmittelbar am Meer liegt ist es dort flach, der irrt gewaltig. Jeder Marathonläufer kann ein Lied vom Gegenteil singen, denn die Strecke ist speziell in Manhattan wegen der ansteigenden Strecke ganz schön anspruchsvoll. Wir wissen jetzt aus eigenem Erleben, wie groß die Höhenunterschiede tatsächlich sind.

201116_radeln_3Das Radeln dort ist mangels Gegenverkehr ziemlich ungefährlich: Du darfst in dem Park nur auf einer Ringstraße Fahrradfahren – auf dem East Drive bzw. West Drive – oder auf den größeren Passierstraßen, auf denen auch die Autos den Park durchqueren.

Der Central Parc ist übrigens vier Kilometer lang und 860 Meter breit. Da ist genug Platz für stille Örtchen, für Picknicks, Joggingstrecken, Musikkonzerte, Hunderunden und und und. Wenn New Yorker Ruhe suchen, dann gehen sie hierhin.

201116_radeln_6Genau so haben es Generationen von New Yorker vor ihnen gemacht, seit 1873, da öffnete der Park erstmals seine Tore. Doch erinnerst Du Dich – als wir kleine Kinder waren, da galt der Central Parc als gefährliches Pflaster und war eigentlich nicht betretbar. Das hat sich massiv verändert, mehr als 25 Millionen Menschen nutzen mittlerweile im Jahr die Wege, die Wiesen, die Bänke. Zwar ist auch heute noch die „grüne Lunge Manhattans“ hin und wieder im TV-Krimi Schauplatz eines Verbrechens, tatsächlich würde ich ihn nachts nicht durchstreifen, aber tagsüber ist dies ein ziemlich sicherer Platz. Zumal auch Polizisten zu den Parkbesuchern gehören.

201116_radeln_1Bis wir im Norden, und damit schon in der Bronx, den Park wieder verlassen habe, passierten wir die Seen: den „Pond“ im Südosten, zentral gelegen „The Lake“, etwas weiter nördlich den berühmtesten, der seit 1994 „Jaqueline Onassis Reservoir“ heißt und in vielen Filmen der Hintergrund einer idyllische Joggingstrecke abgibt. Ganz oben im Norden auf Höhe der 110. Straße ist dann noch das „Harlem Meer“.

201116_radeln_4Zu sehen waren auch Eislaufbahnen, darunter eine, die Donald Trump finanzierte, weil sich die New Yorker zwar eine wünschten, aber die Stadtverantwortlichen sich nicht über die Kosten einigen konnten. Er beendete die langjährige Diskussion, baute die Fläche und betreibt sie auch heute noch.

Obwohl die Stimmung so zauberhaft war, verließen wir am nördlichen Ende den Park. Kurzentschlossen wollten wir unsere Radtour auf den Radweg am Hudson entlang ausdehnen.

Das war einfacher gesagt, als getan, denn wir fanden so gar keinen Zugang zum Riverside Parc und damit zum schön angelegten Weg unmittelbar am Ufer des Hudson. Der „Henry Hudson Parkway“ liegt wie ein eisernes Band davor und wir brauchten eine Weile, um den zu passieren. Aber dann! Schnurgerade Richtung Süden, am Fluss entlang, vorbei an alten Damen, die Eichhörnchen fütterten, Väter, die ihre Kinder in modernsten Kinderwägen joggend an uns vorbeischoben. Auch New York hat seine entspannten Momente. Und auch das war wieder ein Grund zum Juchzen.

201116_radeln_8Wenn Du Dich über den Central Parc informieren möchtest, dann ist diese Website sehr hilfreich. Du wirst am Eingang des Parcs sicher angesprochen, ob du nicht ein Rad mieten möchtest – es lohnt sich, mit den “Maklern” in die Verghandlung zu gehen! Wir bekamen unser Rad für 25 Dollar Leihgebühr samt Schloss und durften es dafür den ganzen Tag nutzen.

Gemeinschaftserlebnis New York Marathon

November 11, 2016 at 4:06 pm

1111_marathon_4Am Sonntag dieser Woche, da war die Welt noch in Ordnung. Da beherrschten nicht Sorge und, ja, auch Angst, die Gedanken. Da war der Tag nur von einem Thema beherrscht: Marathon in New York. Jedenfalls für mich. Denn nach 2014 habe ich in diesem Jahr auch wieder als Freiwillige geholfen, den weltgrößten Marathon auszurichten. Und davon möchte ich Dir hier erzählen. Vielleicht magst Du „Volonteering the marathon“ im nächsten Jahr auch in einen New York Urlaub integrieren. Ich kann dazu nur raten! Es ist ein großartiges Gemeinschaftserlebnis mit sympathischen Einheimischen, ein Moment der Völkerverständigung, ein Zeichen.

Red Hook per Rad

November 10, 2016 at 7:31 pm

101116_redhook_1New York, das ist nicht nur Manhattan, auch wenn die meisten Touristen sich ausschließlich auf der Insel aufhalten. Für mich sind das Spannende an New York zu einem entscheidenden Teil die Stadtteile jenseits von Uptown und Downtown. Durch einen Zeitungsartikel auf „Red Hook“ aufmerksam gemacht, habe ich mir am Montag ein Fahrrad geliehen und bin durch den südlichen Teil Brooklyns geradelt, der vor fünf Jahren vom Hurrican Sandy ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden war und jetzt neu hergestellt ist. Eine echte Entdeckung!

Wahlpartys in New York

November 9, 2016 at 4:24 pm

091116_wahlparty_2Boh, was für eine Nacht. Den Ausgang der Präsidentschaftswahlen kommentiere ich jetzt mal nicht, ich möchte Dir stattdessen erzählen, wie es so war, unter Amerikanern die Berichterstattung zu erleben. Ausgangspunkt ist eine Stadt, die nur sehr, sehr vereinzelt zeigte, dass die wichtigste Wahl des Jahres im Gange war. 1200 Wahllokale gab es in den fünf Stadtteilen, aus denen New York besteht, jedes durch wenigstens einen Polizisten gesichert. Polizei und Straßensperrungen waren es auch, die am deutlichsten anzeigten, dass etwas Außergewöhnliches bevorstand.

Ellis Island – Ort der Hoffnung und des Leids

November 7, 2016 at 3:00 pm

071116_ellis_6In Bremerhaven aufgewachsen und nun wieder lebend, habe ich eine enge Beziehung zum Thema „Emigration“: Mehr als 7,2 Millionen Menschen verließen ihre europäische Heimat zwischen 1830 und 1976 über Bremerhaven, damit ist die Stadt der wichtigste und größte Auswandererhafen in Europa. Die meisten Emigranten zog es in die USA und so sind New York und Bremerhaven durch das Band von Leid und Hoffnung, von Ängsten und Sehnsüchten eng miteinander verbunden. Den Anfangspunkt dieses Bandes markiert das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, den Endpunkt Ellis Island in New York. Denn über die Insel mussten alle.

Subway-Poesie

November 7, 2016 at 12:52 pm

071116_ubahnU-Bahn fahren ist in New York eine Notwendigkeit. Allein Manhattan ist 21 Kilometer lang, und auch wenn Du viele Blocks abläufst, irgendwann landest Du auf der „Platform“. Doch mit der Subway von A nach B zu kommen, vielleicht sogar per Umstieg über C, ist eine Geduldsprobe. Nur die Expresszüge dampfen auf extra Gleisen durch das unterirdische System, die sogenannten „local trains“ zuckeln eher. Genug Zeit also, sich unter den Passagieren umzuschauen und zu entdecken, dass die ganze Welt in Deinem Abteil zusammen gekommen ist. Die Menschen aus aller Herren Länder sind auf dem Weg zu oder von der Arbeit, zu einer Verabredung oder von einem harten Gespräch. Kommen vom Sportclub, Restaurant, Bekleidungsgeschäft. Sie haben gute Laune, sind gestresst oder müde. Du siehst das alles genau, denn die Menschen verstecken sich hier nicht. Für mich ist U-Bahn fahren daher immer ein wichtiger Teil des Programms, der die Neugier befriedigt und mir auch Verbundenheit gibt. Bin gespannt, wie Du das empfindest, wenn Du hier bist.

Auf dem Dach der USA – One World Observatory

November 5, 2016 at 2:59 pm

051116_1wo_4Muss man über das One World Observatory eigentlich noch etwas schreiben? Lohnt es sich wirklich, viele Dollar auszugeben, um von diesem architektonisch ziemlich einfallslosen Gebäude „One World Trade Center“ auf New York herunter zu blicken? Zu meiner eigenen Überraschung ist die Antwort tatsächlich ein „Ja“. Man kann diesen steingewordenen Trotz nämlich gar nicht genug feiern.